Weniger Verkäufe, stabile Hauspreise
Im ersten Halbjahr wurden berlinweit 10.330 Kauffälle erfasst, rund 5 % weniger als ein Jahr zuvor. Der Geldumsatz lag bei rund 6,1 Milliarden Euro. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern sank die Zahl der Verkäufe um rund 5 %; das mittlere Preisniveau blieb stabil. Für Eigentumswohnungen weist die Auswertung einen Anstieg der mittleren Kaufpreise um rund 1 % aus.
Was bedeutet das für Ihre Immobilie?
Unsere Einordnung: Eine geringere Zahl an Verkäufen allein ist kein ausreichender Grund, den Angebotspreis einer Immobilie pauschal zu senken. Ebenso wenig rechtfertigt ein stabiler Marktdurchschnitt automatisch den bisherigen Wunschpreis.
Entscheidend ist, wie Ihr Objekt im Vergleich zu ähnlichen Immobilien positioniert ist. Eine modernisierte, bezugsfreie Wohnung kann andere Käufer ansprechen als eine vermietete Wohnung mit anstehenden Sanierungen. Auch innerhalb desselben Bezirks können Mikrolage, Grundriss und Zustand zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.
Diese Faktoren gehören in eine realistische Bewertung
- Lage: Umfeld, Verkehrsanbindung, Infrastruktur und konkrete Straßenlage.
- Zustand und Energie: Modernisierungen, energetische Qualität und absehbare Investitionen.
- Nutzung: Bezugsfreiheit oder Vermietung und die damit verbundenen Rahmenbedingungen.
- Bei Eigentumswohnungen: Zustand des Gemeinschaftseigentums, Rücklagen und anstehende Maßnahmen der WEG.
- Vergleichsobjekte: tatsächlich erzielte Kaufpreise ähnlicher Immobilien, soweit verfügbar. Aktuelle Angebote ergänzen den Blick auf die Konkurrenz.
Wenn Sie einen Verkauf planen
Beginnen Sie mit den Unterlagen: Grundriss, Flächenangaben, Energieausweis und Informationen zu Modernisierungen. Bei einer Eigentumswohnung sind zusätzlich unter anderem die jüngsten Versammlungsprotokolle, Abrechnungen und Angaben zur Rücklage relevant.
Auf dieser Grundlage lässt sich eine nachvollziehbare Preisstrategie entwickeln. Angebotspreise zeigen, was Verkäufer verlangen; beurkundete Kaufpreise zeigen, was Käufer tatsächlich bezahlt haben. Beides sollte bei der Einordnung klar auseinandergehalten werden.
So sind die Zahlen zu lesen
Die Auswertung des Gutachterausschusses wurde am 3. September 2026 veröffentlicht. Sie berücksichtigt bis zum 15. August erfasste Kaufverträge des jeweiligen Halbjahres. Die Preisangaben zu Häusern und Wohnungen beziehen sich auf Verkäufe außerhalb von Immobilienpaketen.
Durchschnittswerte können sich durch die Zusammensetzung der verkauften Objekte verändern. Sie ersetzen weder eine individuelle Wertermittlung noch liefern sie eine Prognose für das zweite Halbjahr. Die Daten betreffen Berlin; eine Übertragung auf Potsdam oder Königs Wusterhausen wäre nicht sachgerecht.